Cascara vs. Hibiskus: Geschmack, Koffein, Einsatz | Cascardia
Cascara

Cascara vs. Hibiskus: zwei rote Aufgüsse im Vergleich

Wer Cascara zum ersten Mal probiert, sagt oft: „Das schmeckt ja wie Hibiskus.“ Das stimmt nur zur Hälfte. Beide sind fruchtig, beide leuchten rot im Glas, und doch stammen sie von völlig verschiedenen Pflanzen, schmecken unterschiedlich und bringen andere Stärken auf die Karte. Hier ist der direkte Vergleich.

Cascara Cold Brew im Glas mit getrockneten Kaffeekirschen
Cascara als Cold Brew: goldbraun und klar. Hibiskus färbt dagegen tief rubinrot.

Zwei Pflanzen, zwei Welten

Cascara ist die getrocknete Haut und das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche. Sie fällt bei der Aufbereitung von Kaffee an, wenn die Bohne von der Frucht getrennt wird. Unsere Cascara kommt von der Hacienda Sonora in Costa Rica. Mehr dazu, wie sie entsteht, erklären wir in Was ist Cascara?

Hibiskus im Tee sind die getrockneten Blütenkelche der Roselle (Hibiscus sabdariffa), eines Malvengewächses, das in vielen tropischen und subtropischen Regionen angebaut wird, zum Beispiel in Westafrika, Ägypten, im Sudan und in Mexiko. Als Karkadeh, Bissap oder Agua de Jamaica ist der Aufguss dort ein Alltagsgetränk, in Europa steckt Hibiskus in fast jedem Früchtetee.

Geschmack: Säure gegen Süße

Hibiskus ist vor allem eines: sauer. Der Aufguss erinnert an Cranberry und rote Johannisbeere, ist herb und bringt kaum eigene Süße mit. Deshalb wird er fast immer gesüßt oder mit Apfel, Hagebutte und Orange gemischt.

Cascara hat eine deutlich weichere Säure und eine honigartige Eigensüße. Dazu kommen Noten von Hagebutte, Rosine, Kirsche und bei unserer Cascara auch Orange. Der „Hibiskus-Eindruck“ ist bei Cascara eine Nuance im Hintergrund, bei Hibiskus ist er das ganze Getränk. Cascara braucht deshalb in der Regel keinen Zucker und hat mehr Körper.

Farbe und Koffein

Hibiskus färbt kräftig: Schon nach wenigen Minuten ist der Aufguss tief rubinrot. Cascara wird bernsteinfarben bis rotbraun, als Cold Brew eher goldbraun und klar.

Der größte praktische Unterschied ist das Koffein. Hibiskus ist koffeinfrei und damit ein Getränk für den Abend und für Kinder. Cascara enthält natürliches Koffein, grob ein Viertel bis die Hälfte dessen, was eine vergleichbare Menge Kaffee enthält. Für Gäste, die einen Wachmacher wollen, aber keinen Kaffeegeschmack, ist Cascara die spannendere Wahl.

Der Vergleich auf einen Blick

CascaraHibiskus
PflanzenteilHaut und Fruchtfleisch der KaffeekirscheBlütenkelche der Roselle
Geschmackfruchtig, honigsüß, Hagebutte, Rosinesauer, herb, Cranberry
Säureweichkräftig
Eigensüßedeutlichkaum
Farbe im Glasbernstein bis rotbrauntief rubinrot
Koffeinja, natürlich enthaltennein
Heißer Aufguss5 g auf 250 ml, ca. 95 °C, 3–8 Min.ca. 2–3 g auf 250 ml, kochend, 5–10 Min.
Rechtlicher Status in der EUseit 2022 als traditionelles Lebensmittel zugelassenseit Langem fester Bestandteil von Früchtetees

Was gehört auf deine Karte?

Cascara ist ein Specialty-Produkt mit Geschichte: Sie passt in Röstereien und Cafés, die zeigen wollen, dass Kaffee eine Frucht ist, und sie funktioniert pur, als Cold Brew, als Soda oder im Latte. Rezepte dafür findest du unter Cascara zubereiten.

Hibiskus ist die günstige, farbstarke Basis für Eistees und Früchtemischungen, wenn Säure und Farbe gefragt sind.

Beides zusammen geht auch: Ein Cascara Cold Brew mit einem kleinen Anteil Hibiskus, etwa 10 bis 20 Prozent der Menge, bekommt mehr Farbe und eine frischere Säure, ohne die Honignote der Kaffeekirsche zu verlieren. Probier das Verhältnis in kleinen Mengen aus, bevor du es auf die Karte setzt.

Für zu Hause gibt es beides als losen Tee bei SOULSIP – Das Teeritual: pure Cascara und einen Früchtetee mit Apfel, Hibiskus und Orange.

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